Die jüngste EHI-Auswertung der 1.000 größten Online-Shops zeigt: Lediglich 33 Prozent der deutschen Unternehmen bieten aktuell eine eigene iOS und/ oder Android App an.

Hier wird es im kommenden Jahr Einiges an Nachholbedarf geben. Bei der Entwicklung der eigenen App gibt es jedoch eine Menge zu beachten. Dieser Beitrag enthält 3 Tipps, die es bei einer erfolgreichen App-Strategie zu beachten gibt.

1. Individuelle Shopping-Konzepte statt Einheitsbrei

Wichtig für den Erfolg der eigenen App ist eine klare Zieldefinition. In den letzten Jahren haben unter dem Leitspruch der mobilen Optimierung viele Unternehmen den eigenen Desktop-Shop ins App-Format gebracht, um einen einfachen und bequemen Bestellvorgang am Smartphone zu ermöglichen. Bei der Konzeption sollte man jedoch die Inhalte vom Desktop-Shop nicht eins zu eins übertragen, sondern den Mobile-First-Ansatz wählen und den Fokus auf den Nutzungskontext der App legen. Während beispielsweise die App von Amazon vor allem der Bedarfsdeckung dient und den Schwerpunkt auf ein minimalistisches Design sowie eine starke Suchfunktion legt, sollte gerade im Fashion-Bereich ein Konzept zur Bedarfsweckung implementiert werden. Viele Smartphone-Nutzer vertreiben sich am Handy einfach nur die Zeit, unabhängig davon, ob Sie in der Bahn unterwegs, sich auf dem Weg zur Arbeit befinden oder auf der heimischen Couch sitzen. Stöber-Elemente wie Lookbooks, Videos oder In-App-Content sorgen für eine häufigere Nutzung, eine längere Verweildauer in der App und am Ende für höhere Umsatzzahlen. Die Ausgestaltung der App-Inhalte und des App-Designs sollte sich an der Zielgruppe und dem Produktsortiment ausrichten. Hier gilt Individualität statt Varianz des Immergleichen.

2. Innovative Ideen mit mobilen Technologien verbinden

Eine reine Shopping-App ist das eine, es gibt jedoch noch so viele andere Möglichkeiten, die mobilen Nutzer für die eigene Brand zu begeistern. Die folgenden Use Cases zeigen unterschiedliche Beispiele, wie man durch eine App-Strategie das Markenerlebnis verbessern und die Interaktion mit dem Unternehmen erhöhen kann.

Die MAKE UP GENIUS APP

Der Kosmetikanbieter L’Oréal Paris bietet durch die Integration der Kamera-Funktion mit seiner MAKE UP GENIUS APP eine Möglichkeit, unterschiedliche Make-up-Produkte direkt live zu testen.

Die Wolf Service App

Die Firma Wolf ist ein Anbieter von Heizungs-, Klima- und Lüftungssystemen, die mit ihrer Service-App nicht nur die schnelle Vor-Ort-Nachbestellung von Ersatzteilen ermöglicht, sondern nach Eingabe eines Fehlercodes und Auswahl des Gerätetyps mobil eine Anleitung zur schnellen Behebung des Fehlers bereitstellt.

Die Ikea Place App

Ikea-Produkte können virtuell in der eigenen Wohnung platziert werden, damit sich der Kunde besser vorstellen kann, wie z.B. das neue Sofa in den eigenen vier Wänden wirkt.

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3. Real-Time-Interaktion

Die Reaktionszeiten und Aktualisierungszyklen in einer App müssen wesentlich schneller getaktet sein als in anderen Kanälen. Ähnlich wie im Social-Media-Umfeld erwartet der Nutzer am Smartphone dauernd neue Inhalte und prompte Reaktionen auf Nachrichten. Das stellt entsprechend hohe Anforderungen an Marketer. Hier einige Beispiele, die alle auf das gleiche Ergebnis einzahlen: Aktualität.

Regelmäßiges Update des In-App-Contents

Inhalte, die wochenlang nicht ausgetauscht werden, begegnen uns als App-Anbieter immer wieder. Das sind jedoch pure Conversion-Killer, die dazu führen können, dass die App deinstalliert wird. Gerade die Startseite gilt es permanent zu aktualisieren!

Regelmäßiges Updates im App Store

Auch die App an sich sollte regelmäßig aktualisiert werden. Dabei geht es nicht nur um den rein technischen Vorgang, sondern auch darum, die App wieder ins Bewusstsein des Nutzers zu bringen.

Push-Nachrichten

Push-Nachrichten sind heute die persönlichste Form der Kundenkommunikation. Schnell, konzentriert und interaktiv. Gerade über die App können Online-Händler eine Vielzahl von standortbezogenen Informationen sammeln. Nutzen Sie diese sinnvoll.

App Bewertungen

Anders als im Ladengeschäft oder im Web-Shop erhält man in den App Stores direktes Feedback zum Einkaufserlebnis des Nutzers. Was im Social-Media-Marketing selbstverständlich ist, sollte auch hier zur Geltung kommen: Reagieren Sie auf die Einträge und lassen sie positive wie auch negative Reaktionen nicht unkommentiert.

Fazit

Das folgende Statement aus dem Forbes Trendreport für 2018 trifft es auf den Punkt: “Today marketers are being tasked with crafting interactions with customers instead of mere transactions.” Dieser Leitgedanken sollte auch in der App angewandt werden. Denn eine hohe Interaktion mit der Marke führt zu einer anhaltenden, emotionalen Verbindung mit der Brand. Eine hohe Kundenbindung und wiederkehrende, langfristig rentable Umsätze sind dadurch vorprogrammiert.